Die Sache mit dem Breitbandausbau auf dem Land!?

Vor einiger Zeit wurde ja das Thema „Breitbandausbau-Internet“ auch für ländliche Regionen propagiert.

Nachdem sich bis heute zumindest in meiner Region nichts getan hatte, kam ich zum Schluss, dass es mit der pfeilschnellen 1000 Leitung der telekom so nicht weitergehen kann.

Die Nachfrage bei den diversen in Frage kommenden Anbietern zeigte folgendes Ergebnis:

  • Telekom – „da müsste die Titanic nochmals auf einer Eisberg auflaufen, bevor wir das Netz bei Ihnen ausbauen.
  • telekom – t-mobile – der LTE-Ausbau wird wohl noch mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen und bei Ihnen, eher nicht. Na klar, ich bin ja schon froh, wenn ich eine normale Funkverbindung habe!
  • Kabel-BW – „Wissen Sie, wir würden ja gerne, da aber Ihr Gebiet nicht über entsprechende Infrastruktur verfügt erscheint es uns nicht wirtschaftlich genug diesen Ausbau zu betreiben.

Also doch Rauchzeichen:)

Nein, der Heilsbringer war die Überlegung das ganze mit einer Sat-Anlage hinzubekommen. Die Internetrecherche gestaltete sich zwar anfänglich sehr mühsam, da es eine Vielzahl von Anbietern und vor allem technischen Lösungen gibt.

Unter der Seite Teletarif.de habe ich dann zumindest die ersten Anhaltspunkte bekommen. Wichtig ist bei der Auswahl des richtigen Provider, dass es sich um eine Zwei-Wege-Breitband-Satellitenlösoung handelt.

Ich hatte mich nach langem hin und her für die Firma Tooway entschieden. Der Name ist hier auch Programm.
Diese hatten kurz vor Weihnachten eine Aktion für Ihre schnellste Leitung, 10 mbs Down-/ 4mbs Up-Load.

Nach der Bestellung kam nach einigen Tagen ein „Monster-Paket“ über den freundlichen Helfer der Post. Dieses Paket beinhaltete die komplette Satanlage nebst Modem. Diese Geräte werden einem Nutzer während der Vertragsalufzeit kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Zwei Dinge:
Die Anlage nach der beigefügten Anleitung zusammenzubauen ist schon eher problematisch. Auf Youtube gibt es aber zwei klasse Videos, die das Ganze sehr gut erläutern.

Wer noch keine Sat-Anlage in Eigenregie auf sein Dach geschraubt hat, sollte dies besser von einem Fachmann machen lassen. Wenn man gut verhandelt ergeben sich hierbei Zusatzkosten zwischen 300 – 500 €. Natürlich je nach Aufwand. Nicht zu vergessen, der Fachmann eures Vertrauen sollte über ein entsprechendes Messgerät zum einstellen verfügen!
Für das herausfinden der richtigen Richtung und Höhe gibt es auch eine App im iTunes Store.

Wenn alles funktioniert hat, sollte die Oberfläche der Web-Ansicht so aussehen:

By the way, bei mir war es so, dass über den SAT-Finder die Nummer zwei der Satelliten auszuwählen war. Nachdem die einzelnen Punkte aber sich nicht online schalten ließen, habe ich über den wirklich sehr freundlichen Support von Tooway den Hinweis erhalten, dass ich es doch mal mit der „Vier“ versuchen sollte. Daraufhin hat es sofort funktioniert.
Offenbar ist es so, dass zumindest bei uns auf dem flachen Land zwei Satelliten angesteuert werden können:)

Noch ein Hinweis bzgl. der Einrichtung eines WIFI-Netzwerkes unter Verwendung einer Fritzbox.
Auf der Website steht in den FAQ, dass die mit allen eigenen Wifi-Routern möglich sein soll. Dies ist aber Theorie, da nach meinem Anruf beim Support plötzlich die Aussage kam, dass die Fritzboxen von AVM bislang noch nicht getestet sein sollen.
Nach dieser Aussage bin ich dann fast ausgeflippt, da mein gesamtes Heimnetz auf mehreren Fritzboxen besteht. Guter Rat teuer? Nein, der freundliche vom Support hat auch hier weitergeholfen.

Damit Ihr die Recherche nicht auch machen müsst, hier mal die Einstellungen die nach der Verbindung mit dem Modem funktionieren:

a) schließe deinen Rechner an einen anderen Netzwerkanschluß als LAN1 am Router an!
b) Aktiviere die Expertenansicht (unter Einstellungen/System/Ansicht)
c) dann schließt du das Modem mit einem Netzwerkkabel an LAN1 an (bitte an keinen anderen, das funktioniert nicht!)
d) Unter Einstellungen/Erweiterte Einstellungen/Internet/Zugangsdaten müssen folgende Einstellungen getroffen werden:
– Internetzugang über LAN1
– Internetverbindung selbst aufbauen (die NAT-Router-Funktion)
– Zugangsdaten werden nicht benötigt (IP)
– IP-Adresse automatisch beziehen (keinen DHCP-Hostnamen eintragen
– Die Geschwindigkeit eintragen
e) das Ganze speichern (unten auf der Seite)
f) das Satellitenmodem und den Router ausschalten
g) das Modem wieder einschalten und warten, bis die Synchronisation zum Satelliten wieder da ist (nicht die Onlineleuchte, bisher baut in dieser Konfiguration ja kein Gerät eine Verbindung auf)
h) den Router einschalten und auf der Statusseite beobachten, wann bei Verbindungsinformationen in der Zeile Internet der Knopf links grün leuchtet und angezeigt wird „verbunden seit…“ und dahinter die entsprechende IP.

zum letzten Punkt gehört etwas Geduld, das kann erfahrungsgemäß einige Minuten dauern.

hier noch ein Screenshot der Weboberfläche:

Alles in allem bin ich mit der jetzigen Lösung sehr zufrieden. Andererseits finde ich es eine Unverschämtheit der Politiker so zu tun, als sei bereits der große Startschuss für den Ausbau der ländlichen Regionen erfolgt. Dies scheitert oft auch an den Interessen der umzusetzenden Firmen. Gleichwohl kann ich hier auch das Argument der Wirtschaftlichkeit gut verstehen.

Eine Antwort auf „Die Sache mit dem Breitbandausbau auf dem Land!?“

  1. Mit dem Ausbau der nächsten Stufe dürfen die Netzbetreiber erst beginnen, wenn bei den jeweiligen Städten und Gemeinden mindesten 90 Prozent der Bevölkerung versorgt sind. Der Begriff „versorgt“ bedeutet in diesem Zusammenhang die technische Verfügbarkeit. Daraus folgt, dass eine kommerzielle Erschließung nicht unbedingt erforderlich ist.

    Die Staffelung der Prioritätsstufen:
    Stufe 1: Gemeinden mit maximal 5 000 Einwohner.
    Stufe 2: Gemeinden mit 5 000 bis maximal 20 000 Einwohner.
    Stufe 3: Gemeinden mit 20 000 bis maximal 50 000 Einwohner.
    Stufe 4: Gemeinden ab 50 000 Einwohner.

    Zukunftsausblick: Bei der Netzabdeckung mit 4G werden sicherlich keine 100 Prozent erreicht. In den nächsten 5 bis 10 Jahren ist mit einem Netzabdeckungsgrad von 95 bis 99 Prozent zu rechnen.

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